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Henstedt-Ulzburg | FDP

Kritik an Gemeinschaftsschule Rhen: „Idiotentest“

Henstedt-Ulzburg (em) „Schule soll Medienkompetenz fördern und der Lebenswirklichkeit entsprechen“, meint Stephan Holowaty, neugewählter Landtagsabgeordneter der FDP aus Henstedt-Ulzburg.

Deshalb kritisiert er deutlich den gestern von der Gemeinschaftsschule Rhen an Schüler und Eltern verteilten Brief, der ein vollständiges Handyverbot während der Schulzeit und einen drakonischen Strafenkatalog vorsieht.

Die Schule verlange von jedem Schüler und jeder Schülerin, die mehrfach bei der Benutzung ihres Smartphones „erwischt“ wurden, eine Zwangsteilnahme an einem Suchtberatungstermin bei der ATS. "Es ist nicht verwunderlich, dass dies von den Schülern und Schülerinnen als Idiotentest verstanden wird,“ so Stephan Holowaty.

„Lehrer, die sich so verhalten, dokumentieren damit, dass sie weder willens noch in der Lage sind, die tatsächliche Lebenswirklichkeit und moderne Mediennutzung in ihre pädagogischen Konzepte einzubauen. Durch derartig absurde pauschale Verbote und Strafmassnahmen wird der Respekt vor der pädagogischen Arbeit der Schule stark beschädigt.“

Moderne Schule muss, so Holowaty weiter, Medien, Internet und damit auch Smartphones in den Unterricht integrieren und dabei auch Werte wie Respekt vor der Privatsphäre vermitteln. „Wir versuchen derzeit mit hohem Aufwand auf allen Ebenen, jede Schule zeitgemäß an’s Internet zu bringen, flächendeckende WLANs in Schulen bereitzustellen und durch den Einsatz von Tablets und Smartphones den Unterricht wirkungsvoller und realitätsnäher zu gestalten. Die Gemeinschaftsschule Rhen scheint vollkommen abgekoppelt von der Wirklichkeit.“

Auch hat die Schule für die „bestrafende Zwangsberatung“ offenbar keine Absprachen mit der ATS Kaltenkirchen getroffen, wie Stephan Holowaty in einem Gespräch mit dem Leiter der ATS Kaltenkirchen, Dr. Hans-Jürgen Tecklenburg, erfahren hat. „Das ist ein echter Hammer - wir brauchen die ATS dringend für Menschen, die echte Probleme haben, für echte Suchtprävention bei Alkohol und Drogen,“ so Holowaty, „und nicht für die Strafphantasien von Schulen, wenn Schüler und Schülerinnen sich vollkommen entsprechend ihrem Lebensalter und ihrer Technologiekompetenz verhalten und in der Pause Musik hören oder mit ihren Eltern kommunizieren“. Hier werden wertvolle Ressourcen für dringend notwendige Hilfen in schwierigen Lebenssituationen blockiert. „Das ist ein Missbrauch der guten Arbeit, die die ATS in Kaltenkirchen leistet.“

Formal habe die Schule das Recht, die Nutzung von Smartphones in der Schule zu regulieren, so die Liberalen. Hier werde jedoch erkennbar weit über das Ziel hinausgeschossen. Daher wird die FDP das Thema „Schule und moderne Medien und Technik“ auch kurzfristig in der Gemeindevertretung Henstedt-Ulzburg auf die Tagesordnung bringen. „Die Gemeinde als Schulträger muss ein vitales Interesse daran haben, dass Henstedt-Ulzburg beste Bildung für alle Schüler und Schülerinnen anbietet. Und da gehört moderne Technik und der Umgang mit moderner Kommunikation einfach dazu.“

„Ich rate allen Schülern, Schülerinnen und Eltern, das von der Schule geforderte schriftliche Einverständnis mit dem drakonischen Strafkatalog nicht abzugeben, und stattdessen eine offene, zukunftsgerichtete Medienkultur und eine Integration moderner Medien und Technologien in den Unterricht einzufordern,“ so Stephan Holowaty.

„Wer Hilfe und Beratung braucht, ist offensichtlich die Schule,“ stellt Stephan Holowaty fest. „Das IQSH in Schleswig-Holstein ist für die Lehrerfortbildung zuständig. Vielleicht sollte die Schule lieber einen Beratungstermin mit dem IQSH vereinbaren, statt die Schüler zu einem gefühlten Idiotentest zu schicken“, äußert Stephan Holowaty abschließend.