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Henstedt-Ulzburg | Wählergemeinschaft Henstedt-Ulzburg

WHU bestürzt über Fällung der Henstedter Linde

Henstedt-Ulzburg (em) Ein großer, ca. 80-jähriger, vitaler Baum, der maßgeblich den dörflichen Charakter von Henstedt prägte, ist nunmehr Geschichte: Die Linde an der Kreuzung Kisdorfer Straße / Bürgermeister-Steenbock-Straße wurde am Freitag, 2. August gegen Mittag gefällt.

„Wir sind bestürzt über diese Aktion“, so Karin Honerlah, Fraktionsvorsitzende der WHU, „zumal es gute Chancen gab, den kürzlich mit nur knapper Mehrheit von CDU, FDP und BFB beschlossenen Bebauungsplan, der den Schutz der Linde aufhebt, vor Gericht anzufechten.“ Überdies hat sich vor einiger Zeit eine entsprechende Bürgerinitiative, die „Lindenretter“, mit dem Ziel formiert, das Schicksal des Baumes abzuwenden. Diese Bürgerinitiative verzeichnete einen stetig wachsenden Zulauf von Unterstützern.

Nun jedoch wurden durch die überraschende Fällung der Linde unumkehrbare Fakten geschaffen – egal, wie die Bürger darüber denken. Die WHU prüft derzeit, ob diese Fällung rechtens war. „Sollte hier eine Unrechtmäßigkeit vorliegen, muss mit aller Härte gegen die Verursacher vorgegangen werden“, lautet die einhellige Meinung aller WHU-Fraktionsmitglieder.

„Grünflächen im Ort erhalten“ und „den dörflichen Charakter von Henstedt bewahren“, das waren zwei häufig geäußerte Wünsche von Bürger im Rahmen des zurzeit stattfindenden Integrierten Gemeinde-Entwicklungskonzeptes (IGEK). Doch wie sich hier zeigt, werden diese Wünsche von den oben genannten Parteien schlichtweg ignoriert, indem ein ortsbildprägender und dem Gemeinwohl dienender Baum den Interessen eines einzelnen Investors geopfert wird. „Vor diesem Hintergrund gerät der IGEK-Prozess leider immer mehr zu einer Farce“, so Verena Grützbach, Gemeindevertreterin und Mitglied im IGEK-Ausschuss der Gemeinde.

Auch die FDP ist sehr überrascht über die plötzliche Fällung der Linde: „Wir Freien Demokraten drängen auf eine kurzfristige, konsequente, sachliche und juristische Aufklärung der Vorgänge um die offenbar vom Grundstückseigentümer veranlasste Fällung der Linde im Bebauungsplan 141 in der vergangenen Woche. Nur auf Basis dieser Aufklärung kann beraten werden, ob und – wenn ja – welche Konsequenzen aus dem Vorgang zu ziehen sind.“

Insbesondere lehnt die FDP den reflexhaften pauschalen Ruf nach Verschärfungen von Satzungen oder anderen Vorschriften ab. Dies wäre reiner Populismus, wie man ihn eher von der CSU kennt. Gesetze und Satzungen müssen jedoch konsequent angewendet werden. Dies gilt auch für die in diesen Gesetzen und Satzungen festgelegten Bußgeldrahmen, sofern tatsächlich Verstöße vorliegen.

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