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Henstedt-Ulzburg | Gemeinde Henstedt-Ulzburg

Rathaus Henstedt-Ulzburg erstrahlt in pink

Henstedt-Ulzburg (em) Sonntag. Strahlender Sonnenschein. „Wir hätten das perfekte Wetter gehabt für unseren Tanz gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auf dem Marktplatz“, lacht Gleichstellungsbeauftragte Svenja Gruber. „Aber wir haben die Krise als Chance genutzt!“ Eine breite Solidarität besteht in der Gemeinde Henstedt-Ulzburg gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Zum 3. Mal bereits übernimmt die Gemeinde die Schirmherrschaft für die Tanz-Aktion „One Billion Rising“. Politik und Verwaltung unterstützen die Aktion tatkräftig, mehr als 300 Bürgerinnen und Bürger haben im letzten Jahr an der Aktion teilgenommen.

Auch der Weisse Ring beteiligt sich an der Aktion finanziell. „In diesem Jahr haben wir einfach online getanzt“, erzählen Jenny Winter von der Tanzschule in Henstedt-Ulzburg und Melanie Nowak, Tanztherapeutin aus Bad Bramstedt. „Mehr als 60 Personen haben sich angemeldet und haben alleine, mit Partner oder Familie an der Aktion teilgenommen: Frauen, Männer und Kinder, jung und alt – vermutlich waren es knapp 100 Menschen“, freuen sich die Organisatorinnen des Online-Tanzens über den großen Erfolg. Das Anmeldeverfahren per E-Mail war ganz einfach, über Zoom konnten sich die Teilnehmenden einloggen. Nach einem kurzen Warm-up wurden die Schritte geübt und gemeinsam getanzt. Ein kurzer Film zeigte zeitgleiche Tanzaktionen auf der ganzen Welt. Von diesen Bildern eingestimmt, tanzten alle den Tanz noch ein weiteres Mal. Wie in den Jahren zuvor wurde in pink getanzt, mit pinken Masken und den extra für die Aktion gestalteten pinken T-Shirts mit Logo. „Es hat so viel Spaß gemacht, sich gemeinsam mit allen zu erheben gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen und die gemeinsame Solidarität zu spüren. Das öffentliche Bewusstsein für das Thema hat sich bereits verändert – und tanzend werden wir Jahr für Jahr die Welt ein Stückchen besser machen“, ist sich Svenja Gruber sicher.

Fast 4.000 Fälle von häuslicher Gewalt sind für 2019 in Schleswig-Holstein polizeilich registriert. 15 Frauen wurden von ihren (ehemaligen) Partnern getötet. Die Frauenfachberatungsstellen führten mehr als 12.000 Beratungsgespräche im Bundesland durch, es bestehen lange Wartezeiten auf Termine. In Schleswig-Holstein gibt es 16 Frauenhäuser, in denen von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit ihren Kindern Zuflucht finden. Die derzeit 366 Plätze decken den Bedarf bei weitem nicht. In 2019 mussten mehr als 1.800 Frauen mit durchschnittlich 2-3 Kindern von den Frauenhäusern aufgrund fehlender Plätze abgewiesen werden. Und während der Corona-Pandemie hat Studien zufolge die Gewalt in Familien an Frauen und Kindern weiter zugenommen.

„Als Gemeinde möchten wir ein deutliches, öffentliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen“, so Bürgermeisterin Ulrike Schmidt, die natürlich auch selbst an dem Online- Tanzen teilgenommen hat. „Gut ist, dass bereits auf Landesebene über eine bessere Ausstattung von Frauenhäusern und Frauenfachberatungseinrichtungen diskutiert wird.

„Mit Sonnenuntergang um 17.30h ging in Henstedt-Ulzburg öffentlich sichtbar das Licht an – gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“, freut sich Svenja Gruber. Bis in den Abend erstrahlte das Rathaus in pinkem Licht. Nach eingehender Recherche bot sich die Quickborner Firma GR Eventtechnik an, den Ratssaal mit LED-Beleuchtung von außen erstrahlen zu lassen, in leuchtendem Pink. Die Farbe Pink hat Signalkraft und vermittelt Power, Mut und Lebensfreude. Traditionell findet die Anti-Gewalt-Aktion in pink statt. Mit Bannern wurde auf die One Billion Rising Aktion am 14. Februar aufmerksam gemacht – aber natürlich nicht verraten, was genau passieren würde. „Natürlich wollten wir verhindern, dass sich Menschenmassen in Zeiten der Corona-Pandemie treffen und sich gefährden“, so Gruber. „Aber so werden viele beim Durchfahren der Hamburger Straße oder beim Spazierengehen die Lichtinszenierung sehen, sich wundern und darüber nachdenken.“

„Durch das Nachdenken bleibt die Aktion gegen Gewalt im Gedächtnis, das ist wichtig“, sagt Waldemar Bianga, Initiator der ersten Aktion, „und die Gemeinde Henstedt-Ulzburg hat bereits für 2022 und die Folgejahre die Schirmherrschaft übernommen. Im nächsten Jahr können wir hoffentlich wieder gemeinsam auf dem Marktplatz tanzen.“

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