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Henstedt-Ulzburg | VHS

Protest gegen anhaltendes Unterrichtsverbot

Henstedt-Ulzburg (em) Seit mehr als einem Jahr geht bei den Volkshochschulen in Schleswig-Holstein nahezu gar nichts mehr. „Wir haben die Schutzmaßnahmen der Regierung immer unterstützt und bei Teilnehmer/innen und Dozenten für Verständnis geworben“, sagt Dr. Jochen Brems, Sprecher des Arbeitskreises der Volkshochschulen im Kreis Segeberg und selbst seit vielen Jahren VHS-Leiter.

„Und doch sind die Folgen bis heute gravierend: bereits drei Semester mussten komplett abgesagt werden, seit mehr als einem halben Jahr warten die Teilnehmer/innen der Integrations- und Alphabetisierungskurse auf die Weiterführung ihres Sprachunterrichtes oder Schüler/innen aller Jahrgänge auf wichtige Unterstützung durch Schulergänzungskurse. Während aber auf Grund der sinkenden Inzidenzzahlen seit Wochen immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens geöffnet werden, muss die größte Einrichtung der außerschulischen Bildung Ihre Türen weiterhin geschlossen halten. Und das, während gleichzeitig Fitnessstudios ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen, Innengastronomie möglich ist und Freizeitparks wieder öffnen können. „Die Corona-Pandemie hat sich neben vielem anderen auch als eine schwere Bildungskrise erwiesen“, betont Brems, der davon überzeugt ist, dass die soziale Ungleichheit durch den massiven Ausfall sowohl von schulischem als auch außerschulischem Unterricht weiter vorangeschritten ist.

„Die Umstellung auf Online-Unterricht, die in einigen Bereichen des VHS-Angebotes erfolgreich umgesetzt werden konnte, ist keinesfalls das Allheilmittel, für das es von vielen Politikern gehalten wird.“ „Gerade Menschen aus bildungsferneren Milieus werden durch Online-Unterricht nicht erreicht“, weiß auch VHS-Leiterin Dr. Karen Strehlow aus Kaltenkirchen, die für ihre Einrichtung, genau wie ihre anderen Leiter-Kolleg/innen, schon längst ein hochwirksames Hygienekonzept erstellt hat. Das Einhalten des Mindestabstandes, die Registrierung via Luca-App und eine Maskenpflicht auch während des Unterrichtes sind selbstverständliche Standards für die Volkshochschulen des Kreises. „Es ist in keiner Weise mehr nachvollziehbar, warum die Landesregierung einen Unterricht zumindest in Kleingruppen nicht wieder möglich macht“, bringt Brems den Unmut aller VHS-Kolleg/innen auf den Punkt. „Die außerschulische Bildungsarbeit darf gerade jetzt nicht weiter vernachlässigt werden. Sie ist eine wesentliche Grundlage für Teilhabe, Entwicklung und berufliche Chancengleichheit.

Aber auch die kulturellen Angebote der VHS erfüllen eine wichtige gesellschaftliche Funktion.
Sie sind ein Bollwerk gegen soziale Isolation und als Plattform der Begegnung manchmal auch gegen eine zunehmende Radikalisierung durch die „Echokammern“ sozialer Netzwerke. Die Forderung der Volkshochschulen an die Politik lautet daher, die Arbeit der Volkshochschulen endlich wieder zuzulassen, um ihren öffentlichen Bildungsauftrag wahrnehmen zu können. „Es ist nicht mehr vermittelbar, dass wir – trotz aller erprobten und erfolgreichen Corona-Schutzmaßnahmen - seit Wochen mit unserem gesellschaftlich relevanten Anliegen ignoriert werden!“, lautet die einmütige Beschwerde der VHS-Chef/innen. Wie sich aus Kiel verlauten ließ, sei der Protest bereits in den politischen Entscheidungsgremien angekommen und konstruktive Gespräche zu einer Lösung aufgenommen worden.

Foto: Geschäftsführer Dr. Jochen Brems

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